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Kandidatur zum stellvertretenden Landessprecher

Liebe Genossinnen und Genossen, Freundinnen und Freunde,

der Erfolg dummer fremdenfeindlicher und ressentimentgeladener Parteien in vielen Ländern Europas hängt gewiss damit zusammen, dass viele Menschen sich durch die Institutionen unserer Demokratie nicht repräsentiert fühlen. Sie haben Recht mit ihrer Wut auf die Institutionen, wenn die altgedienten Parteien seit Jahrzehnten Politik gegen die Mehrheit der Bevölkerung machen. Sie sind im Recht, wenn sie etwa wütend sind über fehlenden Wohnraum und drohende Altersarmut. Sie sind im Unrecht, wenn sie deshalb Parteien unterstützen, die Politik gegen die Schwächsten der Gesellschaft machen und die soziale Ungerechtigkeit sogar noch verschärfen wollen gegenüber dem, was sich die etablierten Parteien erlauben.

Es wäre zwecklos, wenn wir als LINKE versuchen würden, den Krawall von Rechts, dem oftmals die Medien so viel Aufmerksamkeit zuteil werden lassen, irgendwie mit ähnlichen Mitteln zu übertrumpfen – nur eben menschenfreundlich und links. Wir sind LINKE, weil wir die Ursachen gesellschaftlicher Ungerechtigkeit erkennen und bekämpfen wollen. Mögen andere lauter schreien, unser Weg muss die Glaubwürdigkeit sein, mit der wir die Verhältnisse zum Gerechteren wenden und um eine bessere solidarische Zukunft ringen wollen.

Immer wichtiger erscheint es mir, dass wir heute für das tatsächliche Überleben der einen Menschheit eintreten. Wir brauchen nicht nur eine gerechtere Gesellschaft, wir brauchen auch eine ökologisch funktionierende Welt, auf der diese Gesellschaft überhaupt stattfinden kann. Glaubwürdigkeit kann hier nur eine Partei gewinnen, die sich tatsächlich den Interessen von Konzernen und Lobbyorganisationen widersetzt, die unsere Zukunft gefährden. Nicht einmal die Beschäftigten von Rheinbraun (jedenfalls die Zurechnungsfähigen) werden einer Partei glauben, die ihnen verspricht, es könne noch lange so weiter gehen mit der Stromerzeugung aus fossilen Brennstoffen, da würde man an ihrer Seite stehen, und so weiter mit den bekannten Floskeln. Wenn wir Glaubwürdigkeit gewinnen wollen, kämpfen wir ernsthaft darum, dass neue Arbeitsplätze in erneuerbaren Energien dort entstehen, wo Bergwerke, Tagebaue und Kohlekraftwerke nun einmal schnellstmöglich zum Stillstand kommen müssen. Eine nachdrückliche Kampagne für One Million Climate Jobs stünde auch NRW gut zu Gesicht.

Glaubwürdigkeit können wir als LINKE gewinnen, wenn wir uns der falschen Politik von SPD und Grünen widersetzen, die einige der drängendsten Probleme des Landes offenbar weiter aussitzen wollen. Die Schulpolitik ist aus Konfliktscheue im Murx erstarrt. Mit Rheinbraun haben auch die Grünen längst Frieden geschlossen, sie zeigen lieber auf die schlimmen AKWs beim Nachbarn (kein Zweifel, die müssen auch abgeschaltet werden), man lässt Tabletten verteilen (Jod oder konsequenter Weise nicht doch gleich Valium?) und schaut bloß nicht hin, was im Industrieland NRW denn eigentlich die Rüstungsbranche macht.

Glaubwürdigkeit beinhaltet auch, dass wir ehrlich mit dem umgehen, wie wir miteinander Politik machen. Es hat für mich auch bedeutet, mich nicht mit dem Posten des Pressesprechers des Landesverbands zu schmücken, wenn ich das unter den Umständen als frischgebackener Vater (der auch viel für seinen Sohn da sein will) nicht optimal ausfüllen konnte. Ich habe in anderen Bereichen dennoch viel Arbeit in den vergangenen Landesvorstand gesteckt, sei es in der Linksletter-Redaktion, sei es beispielsweise mit den Layouts zum Sozialgipfel, der Mitwirkung im geschäftsführenden Landesvorstand usw. Diese Arbeit würde ich gerne mit eurer Unterstützung im neuen Landesvorstand fortsetzen.

Siehe auch: pdf Kandidatur als PDF (108 KB)

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